Jeder
Kirchturm braucht ein Kreuz und einen Wetterhahn. Und was geschieht,
wenn beides dem Sturm zum Opfer fällt? Man montiert es wieder
– doch wie kommt der Hahn auf den Turm?
Vor mehr als
vier Jahren beschädigte der Sturm die Kirchturmspitze von
Grengiols. Wetterhahn und Kreuz standen seither schräg zu
Wind und Wetter. Mit Helikoptereinsatz wurden im November 2007
die beschädigten Teile abmontiert und seither wieder in Stand
gestellt. Am Pfingstsonntag des Jahres 2008 in der Früh kehrten
Hahn und Kreuz zu alter Stätte in 42 Metern Höhe zurück.
Waghalsige
Idee
Was auf den ersten Blick einfach erscheint, ist ein kompliziertes
Vorhaben. „Ein Gerüst in dieser Höhe zu errichten,
ist viel zu aufwendig“, erklärt Ortspfarrer Eduard
Imhof. Die Demontage per Helikopter habe im Herbst gezeigt, dass
der Wiederaufbau mit Helikopter wegen den starken Abwinden äusserst
schwierig werden würde, so Pfarrer Imhof weiter. Auf der
Suche nach der Lösung stiessen findige Grengjer auf eine
waghalsige Spur. Die Idee: Per Heissluftballon sollen Kreuz und
Hahn auf 42 Metern Höhe problemlos montiert werden.
Ballonfahrer
gefunden
Ein Ballonfahrer mit dem nötigen Geschick und grosser Erfahrung
war zur Verwunderung aller bald gefunden. Patrick Schmidle vom
gleichnamigen Ballon-Service aus Buchrain erklärte sich bereit,
den Hahn per heisser Luft zurück auf den Turm zu schaffen.
Die Metalli Zug finanzierte den Balloneinsatz als Sponsor. Der
Plan: Der riesige Heissluftballon wird mitten auf einer Wiese
im oberen Dorfteil aufgeblasen, mithilfe von starken Armen und
langen Seilen bis zur Kirchturmspitze befördert, wo die Montage
der vorgefertigten Kirchturmspitze in 42 Metern Höhe erfolgen
wird.
Bloss
kein Wind
Einziger Schwachpunkt im Plan der Ballonfahrt von Patrick Schmidle:
„Es darf keinen oder nur minimen Wind haben. Sonst geht
gar nichts!“ Vielleicht deshalb haben die Verantwortlichen
der Pfarrei Grengiols mit dem Pfingstsonntag einen heiligen Tag
ausgewählt. Denn was wäre besser geeignet, um die Gunst
des Himmels zu ergattern, als die Ballonfahrt an einem hohen Feiertag
zu wagen? „Zudem haben wir mit unserem Kirchpatron einen
guten Draht zum Wetter: Es ist nämlich Petrus“, fügt
Pfarrer Imhof schmunzelnd hinzu.