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Mai 2008
An Pfingsten fuhr der Hahn gen’ Himmel

Jeder Kirchturm braucht ein Kreuz und einen Wetterhahn. Und was geschieht, wenn beides dem Sturm zum Opfer fällt? Man montiert es wieder – doch wie kommt der Hahn auf den Turm?

Vor mehr als vier Jahren beschädigte der Sturm die Kirchturmspitze von Grengiols. Wetterhahn und Kreuz standen seither schräg zu Wind und Wetter. Mit Helikoptereinsatz wurden im November 2007 die beschädigten Teile abmontiert und seither wieder in Stand gestellt. Am Pfingstsonntag des Jahres 2008 in der Früh kehrten Hahn und Kreuz zu alter Stätte in 42 Metern Höhe zurück.

Waghalsige Idee
Was auf den ersten Blick einfach erscheint, ist ein kompliziertes Vorhaben. „Ein Gerüst in dieser Höhe zu errichten, ist viel zu aufwendig“, erklärt Ortspfarrer Eduard Imhof. Die Demontage per Helikopter habe im Herbst gezeigt, dass der Wiederaufbau mit Helikopter wegen den starken Abwinden äusserst schwierig werden würde, so Pfarrer Imhof weiter. Auf der Suche nach der Lösung stiessen findige Grengjer auf eine waghalsige Spur. Die Idee: Per Heissluftballon sollen Kreuz und Hahn auf 42 Metern Höhe problemlos montiert werden.

Ballonfahrer gefunden
Ein Ballonfahrer mit dem nötigen Geschick und grosser Erfahrung war zur Verwunderung aller bald gefunden. Patrick Schmidle vom gleichnamigen Ballon-Service aus Buchrain erklärte sich bereit, den Hahn per heisser Luft zurück auf den Turm zu schaffen. Die Metalli Zug finanzierte den Balloneinsatz als Sponsor. Der Plan: Der riesige Heissluftballon wird mitten auf einer Wiese im oberen Dorfteil aufgeblasen, mithilfe von starken Armen und langen Seilen bis zur Kirchturmspitze befördert, wo die Montage der vorgefertigten Kirchturmspitze in 42 Metern Höhe erfolgen wird.

Bloss kein Wind
Einziger Schwachpunkt im Plan der Ballonfahrt von Patrick Schmidle: „Es darf keinen oder nur minimen Wind haben. Sonst geht gar nichts!“ Vielleicht deshalb haben die Verantwortlichen der Pfarrei Grengiols mit dem Pfingstsonntag einen heiligen Tag ausgewählt. Denn was wäre besser geeignet, um die Gunst des Himmels zu ergattern, als die Ballonfahrt an einem hohen Feiertag zu wagen? „Zudem haben wir mit unserem Kirchpatron einen guten Draht zum Wetter: Es ist nämlich Petrus“, fügt Pfarrer Imhof schmunzelnd hinzu.

An Pfingsten ab 7 Uhr in der Früh
Bereits ab 7 Uhr in der Früh wurde am Pfingstsonntag 2008 mit dem Aufblasen des Ballons im Oberdorf die Kreuz- und Hahnmontage vorbereitet. Früh deshalb, weil dann die Windverhältnis am stabilsten sind. Und tatsächlich: mit viel Geschick und Wetterglück konnte die Hahnmontage erfolgreich abgeschlossen werden. Nach der Heiligen Messe, wurde ein kräftiger Aperitif zur Feier von Kreuz und Hahn serviert. Es gilt: An Pfingsten fahren in Grengiols Hahn und Kreuz gen’ Himmel.

ZEITPLAN
Kreuz und Hahn auf Turm


ab 7.00 Uhr
Ballon aufblasen

bis 10.00 Uhr
Montage von Kreuz und Hahn

10.30 Uhr
Hl. Messe

11.30 Uhr
Aperitif vor der Kirche